Wichtige Auswahlkriterien

Verweisungsrecht
Das Recht auf "abstrakte Verweisung" wird als für den Versicherten nachteilige Klausel in Berufsunfähigkeitsversicherungen verwendet. Sofern eine solche Klausel im Versicherungsvertrag enthalten ist, kann die Versicherung den Versicherten im Falle einer Berufsunfähigkeit anhalten, einen anderen als den ehemalig erlernten oder ausgeübten Beruf auszuführen. Der neue Beruf muss lediglich im Rahmen der bisherigen Ausbildung und Erfahrung des Versicherten liegen, sowie den persönlichen Lebensumständen entsprechen.

Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Handwerker aufgrund von Gelenkproblemen seinen Beruf nicht mehr ausüben, wohl aber noch als Nachtwächter arbeiten kann. Gleiches gilt für einen Arzt, der im Falle einer Berufsunfähigkeit noch als Vertreter der Pharmaindustrie beschäftigt werden kann.

Sofern die Klausel der abstrakten Verweisung also im Vertrag einer ganz bestimmten Berufsunfähigkeitsversicherung enthalten ist, kann und wird die Versicherung die Leistung verweigern, wenn eine Beschäftigung in einem anderen Beruf irgend möglich ist.
Prognosezeitraum
Bei der Beantragung der Leistung aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung spielt es eine Rolle, wie lange die versicherte Person außerstande ist, im zuletzt ausgeübten Beruf tätig zu sein. In den Versicherungsbedingungen ist geregelt, wie lange der Prognosezeitraum für die Berufsunfähigkeit sein muss, um die Leistung zu erhalten. Je nach Bedingungswerk existieren unterschiedliche Formulierungen. Anstatt allgemeiner Formulierungen ist es wesentlich günstiger, wenn der Zeitraum exakt formuliert ist. Ungünstig sind Formulierungen wie „dauerhaft außerstande“. Wesentlich günstiger ist die Formulierung, dass der Zustand der Berufsunfähigkeit für voraussichtlich mindestens sechs Monate andauern muss.
Meldefrist
Der Versicherte hat bei den meisten Gesellschaften die Berufsunfähigkeit binnen einer Frist von drei Monaten anzuzeigen. Kann der Versicherte aufgrund einer schweren Krankheit oder Unfalls dieser Obliegenheit nicht nachkommen, so leisten viele Versicherer erst vom gemeldeten Zeitpunkt an. Versicherer mit qualitativ hochwertigen Bedingungen verlängern oder verzichten ganz auf die Meldefrist. Sehen die Bedingungen keine Meldefrist vor, entsteht der Anspruch auf Leistung mit dem Tag, an dem die Berufsunfähigkeit eingetreten ist.
Rückwirkende Leistung
Oft kann man anfangs nicht beurteilen, ob eine Berufsunfähigkeit von Dauer ist. Dann wartet die Berufsunfähigkeitsversicherung mit der Auszahlung der Berufsunfähigkeitsrente zunächst ein halbes Jahr. Sobald weitere Berufsunfähigkeit attestiert wird, zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung rückwirkend ab Beginn der Berufsunfähigkeit. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt die Berufsunfähigkeitsrente bis zu drei Jahre rückwirkend, wenn der Versicherte seine Berufsunfähigkeit verspätet anzeigt.
Schutz im Ausland
Die Bedingungen Ihres Vertrags sollten beinhalten, dass Sie während eines Urlaubs oder dauerhaften Aufenthalts im Ausland ebenfalls versichert sind.
Dynamiken
Um auch zukünftig optimalen Schutz gegen Berufsunfähigkeit zu haben, sollten die Leistungen und Beiträge Ihres Vertrags in regelmäßigen Abständen ansteigen. Dies macht Ihre BU inflationssicher. Denn wenn heute eine BU-Rente von 1.000€ mtl. für Sie ausreichend ist, wird sie in 25 Jahren nicht mehr ausreichen, um Ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.

Sie sollten zudem einen Anbieter wählen, der Ihnen die Steigerung der Leistung nach Eintritt der Berufsunfähigkeit garantiert. Damit ist auch nach dem Leistungseintritt sichergestellt, dass die BU-Rente regelmäßig um einen gewissen Prozentsatz steigt und somit die Inflation ausgleicht.
Nachversicherungsgarantien
Die Nachversicherungsgarantien soll Ihnen die Möglichkeit geben, auch während der Versicherungsdauer Ihren Berufsunfähigkeitsschutz ohne erneute Gesungheitsprüfung zu erweitern. Ohne Nachversicherungsgarantien müssen Sie jedes Mal eine erneute Gesundheitsprüfung absolvieren, wenn Sie Ihre BU-Rente erhöhen wollen, damit der Versicherer prüfen kann, ob sich das Risiko erhöht hat.

Durch die Nachversicherungsgarantien hat der Versicherte das Recht seine Absicherung bei bestimmten Ereignissen ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Solche Ereignisse sind zum Beispiel: Erwerb einer Immobilie, Abschluss einer Ausbildung, Heirat, Scheidung, Geburt eines Kindes u.v.m.
Klauseln für bestimmte Berufsgruppen
Medizinisches Personal (Infektionsklausel)
Werden bei Ärzten oder sonstigem medizinischen Personal bestimmte Krankheiten (z.B. Hepatitis C oder Aids) oder Krankheitserreger (z.B. Salmonellen) festgestellt, kann das zuständige Gesundheitsamt ein Berufsverbot aussprechen. Bei Berufsunfähigkeitsversicherungen ohne Infektionsklausel könnte der Versicherer die BU-Rente dann verweigern, wenn die versicherte Person den Beruf auf Grund ihres Gesundheitszustandes noch ausüben könnte - es aber aus rechtlichen Gründen nicht darf. Können und dürfen ist hier ein elementarer Unterschied! Einige Versicherer bieten diese Infektionsklausel ausschließlich für Human- und Zahnmediziner an. Nur wenige Versicherer erweitern diese auch auf sonstige medizinische Angestellte.

Beamte (Dienstunfähigkeitsklausel)
Speziell für Beamte wurde die sogenannte DU-Klausel konzipiert, die in nur wenigen BU-Tarifen enthalten ist. Durch diese DU-Klausel wird die dauerhafte Dienstunfähigkeit der Berufsunfähigkeit gleichgestellt, sodass der Beamte vollen Schutz erhält. Achtung! Bei der Formulierung der DU-Klausel gibt es große Unterschiede unter den Versicherern. Die Formulierung muss bei der Auswahl des Versicherers unbedingt beachtet werden.

Die oben beschriebenen Kriterien sollen Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Leistungsunterschiede von Berufsunfähigkeitsversicherungen aufzeigen. Über diese Kriterien hinaus achten wir für Sie bei der Auswahl der optimalen BU auf weitere Tarifdetails.