Staatliche Leistungen

Was leistet die gesetzliche Erwerbsminderungsrente seit 2001?

Das Erwerbsminderungsrenten-Reformgesetzes trat am 01.Januar 2001 in Kraft. Mit diesem wurden die gesetzlichen Leistungen bei verminderter Erwerbsfähigkeit drastisch eingeschränkt:

  • Wer weniger als 3 Stunden pro Tag arbeiten kann, erhält die volle Erwerbsminderungsrente, ca. 34% des letzten Bruttogehalts.
  • Wer aufgrund einer Krankheit oder Behinderung täglich nur noch 3 bis unter 6 Stunden arbeiten kann, erhält die halbe Erwerbsminderungsrente, ca. 17% des letzten Bruttogehalts.
  • Wer noch 6 Stunden und mehr pro Tag arbeiten kann, erhält keine Erwerbsminderungsrente

Das geltende Rentenrecht richtet sich bei den Renten wegen Erwerbsminderung nach dem Leistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Der allgemeine Arbeitsmarkt umfasst dabei alle nur denkbaren Tätigkeiten, die es auf dem Arbeitsmarkt üblicherweise gibt.

 

> Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung wird zu Gunsten des Versicherten, nur geprüft ob er seinen zuletzt ausgeübten Beruf noch ausüben kann!

 

 

Voraussetzungen

Der Anspruch auf Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit setzt (neben der Erfüllung der medizinischen Voraussetzungen) auch voraus, dass die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren vor dem Versicherungsfall und die besonderen versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt werden.

Gemäß § 43 SGB VI besteht ein Anspruch auf Rente bei Erwerbsminderung, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  1. Nichtvollendung der Regelaltersgrenze,
  2. Vorliegen von teilweiser oder voller Erwerbsminderung,
  3. Vorhandensein von 36 Kalendermonaten (3 Jahren) an Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung (versicherungsrechtliche Voraussetzung) und
  4. Erfüllung der allgemeinen Wartezeit von fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung.

 

Berufsunfähig nicht gleich erwerbsunfähig!

Bitte beachten Sie, dass Sie bei einer Berufsunfähigkeit nicht sofort auch als erwerbsunfähig gelten.

Beispiel: Sollte ein Fliesenleger aufgrund von Knieproblemen nicht mehr in der Lage sein seinen Beruf laut Vertragsbedingungen auszuüben ist er zwar berufsunfähig und erhält seine vereinbarte BU-Rente, aber im Hinblick auf die gesetzlichen Leistungen, könnte es sei, dass er eventuell gar keine Leistung bekommt, da er auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt (Telefonist etc.) noch fähig wäre zu arbeiten.

> Um im Falle einer Berufsunfähigkeit ausreichend abgesichert zu sein, sollten Sie daran denken, dass Sie eventuell nur Anspruch auf die halbe EMR oder sogar garkeinen haben!